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Original – Kopie – Replik

Studie zur Relevanz archäologischer Reproduktionen für Universitäten, Museen, Denkmalschutz und Forschungsvorhaben

Ziel der vorliegenden Studie war die Evaluierung von archäologischen Reproduktionen mittels 3D-Scans und 3D-Druck bzw. Fräsverfahren für Universitäten, Museen und Forschungsvorhaben. Es galt den Fragen nachzugehen, in welchen Bereichen Bedarf an derartigen Reproduktionen in der Archäologie besteht und ob die neuen Techniken konventionelle Methoden der Abformung ersetzen können.

 

Computerunterstützte Mess- und Dokumentationsverfahren haben auch in die archäologische Grundlagenforschung Einzug gehalten. Die darauf aufbauenden modernen Reproduktionstechniken warten jedoch noch auf ihren Einsatz. Dies ist umso erstaunlicher, da gerade die aktuellen Dokumentations- und Reproduktionsverfahren gerade auf den oft zerbrechlichen Zustand archäologischer Objekten am besten reagieren, indem sie berührungsfrei arbeiten. Dies schont nicht nur die antike Substanz, sondern sichert sie auch digital, am besten in einem hochauflösenden 3D Modell. Auf diesem Modell können weitere Forschungen aufbauen, weitere Manipulationen der antiken Objekte können dadurch auf ein Minimum beschränkt werden.

Reproduktionen antiker Objekte, insbesondere von Skulpturen, spielten seit der Begründung der archäologischen Wissenschaft im 18. Jh. eine wichtige Rolle; so entstanden an vielen Orten, u.a. auch in Graz, sog. Gipssammlungen. Diese Kopien hatten und haben einen großen Wert in Forschung und Lehre, da kein noch so gutes Fotomaterial derartige „Hardcopies“ in ihrer Aussagekraft ersetzen kann. Erst solche Kopien ermöglichen eine ganzheitliche Betrachtung des Kunstwerkes.

Wenn man auf konventionellem Wege eine Kopie herstellt führt dieser über die Abformung des Originals, um eine Negativform herzustellen. Mittels dieser Negativform kann wiederum ein sog. Positiv hergestellt werden, das – abgesehen von Materialschwund ü. ä. – eine exakte Kopie des Ausgangsobjektes darstellt. Lediglich die Wahl des Materials des Positivs kann abweichen, wenn man von nachträglicher Oberflächenbearbeitung absieht.

Die Herstellung einer Kopie mittels eines 3D Modells geht diesbezüglich etwas anders vor. Vom originalen Objekt wird ein 3D Modell angefertigt, das als Ausgangsbasis für verschiedenartige Reproduktionen dienen kann. Bei der Reproduktion muss weder das Material noch die Dimension mit dem Original übereinstimmen. Ein Ergebnis, das auf konventionellem Weg nur sehr schwierig zu erreichen ist.

Im Rahmen der Universitäten stellen Kopien, gerade für die Forschung an Plastik, wichtige Forschungsgrundlagen da. An ihnen können verschiedene Repliken eines bestimmten Originals studiert oder auch Vorschläge für die Rekonstruktion für fragmentierte Originale erarbeitet werden.

Reproduktionen werden jedoch nicht nur an Universitäten verwendet. Weitere Anwendungsgebiete stellen Museen und das Ausstellungswesen dar. Aus verschiedenen Gründen ist es oft nicht möglich, ein originales Objekt auszustellen. Eine Kopie kann dennoch ein vergleichbares didaktisches Ergebnis erzielen. Reproduktionen werden ebenso in der Denkmalpflege genutzt, um beispielsweise ein durch Umwelteinflüsse gefährdetes Kunstwerk durch eine Kopie am Ort selbst zu ersetzen, während das Original in Sicherheit gebracht werden kann.

Im Rahmen des Projektes wurde eine Skulpturengruppe in der Sammlung des Instituts für Archäologie (Abb. links) ausgesucht, um die Anwendbarkeit verschiedener Reproduktionstechniken für eine universitäre Sammlung zu untersuchen sowie die Reproduktionstechniken selbst auf den „archäologischen“ Prüfstand zu stellen. Zuerst wurde von der Skulpturengruppe mittels Streifenlichtprojektion ein 3D Modell erstellt, das als Ausgangspunkt für alle weiteren Schritte fungiert. Auf Grund der stark bewegten Figuren stellt alleine schon die hochauflösende und vollständige (mit möglichst geringen Löchern bei unterschnittenen bzw. weit eingetieften Partien) Dokumentation eine gewissen Herausforderung dar.

Vom 3D Modell ausgehend wurden im Rahmen des Projektes drei Reproduktionen in verschiedenen Materialien und Oberflächenbearbeitungen maschinell angefertigt:

  • eine Kopie im originalen Maßstab (Abb. rechts): Material: Polyurethan, Herstellungsverfahren: CNC-Fräse, aus einem Block in Einzelteilen herausgearbeitet, abschließend weiß beschichtet, um die Gipsoberfläche des Originals zu imitieren;
  • eine verkleinerte Reproduktion (Abb. im Vordergrund): Material: Gips, Herstellungsverfahren sog. rapid prototyping-Verfahren aus Gipsstaub in einem 3D-Plotter;
  • eine vergrößerte Teil-Reproduktion (Abb. im Hintergrund): Material: Polyurethan, Herstellungsverfahren: CNC-Fräse, das Werkstück wurde ausgehöhlt, mit Beton ausgegossen, die Oberfläche wurde mit einer leitenden Substanz überzogen und abschließend im Galvanobad mit Kupfer überzogen.

Im direkten Vergleich konnten Stärken und Schwächen der einzelnen Verfahren beobachtet und beschrieben werden. Man kann aber kurz resümieren, dass sich hier sehr viel versprechende Möglichkeiten für Forschung und Lehre, für Museologie und Denkmalpflege eröffnen.

 

Finanziert wurde die Studie über einen Innovationsscheck der FFG.  

Vollständiger Bericht

 

Partner: Idee & Design. The Art Factory GmbH, Stainz

www.organic-forms.at

 

Kontakt: Stephan Karl, Elisabeth Trinkl

 

 

LINKS:

http://on.uni-graz.at/de/universitaet/article/messen-mit-licht/

http://on.uni-graz.at/de/forschen/article/original-und-kopie/

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Sekretariat Mag.phil. Sabine Sturmann Telefon:+43 (0)316 380 - 8122

Mo–Fr: 08:30–12:00 Uhr

Kontakt

Bibliothek Mag. phil. Martin Jandrisits Telefon:+43 (0)316 380 - 2385

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